Unsere Geschichte


Seit ihrer Gründung im Jahr 1883 steht die Freiwillige Feuerwehr Sand in Taufers im Dienst der Bevölkerung. Aus einer mit einfachen Handpumpen, Feuerkübeln und Hanfschläuchen ausgerüsteten Mannschaft entwickelte sich über Generationen eine moderne und vielseitig ausgebildete Feuerwehr.

Kriege, Naturkatastrophen, technische Entwicklungen und neue Einsatzaufgaben haben die Geschichte der Wehr geprägt. Geblieben sind die Kameradschaft, die Einsatzbereitschaft und das gemeinsame Ziel, Menschen in Not schnell und verlässlich zu helfen.


Unsere Geschichte


1883

Die Gründung

Im Sommer 1882 bildete sich unter dem Vorsitz des Bezirksrichters Josef Walch ein Komitee mit dem Ziel, in Sand in Taufers eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Am 1. Mai 1883 fand im Gasthaus „Post“ die endgültige Gründungsversammlung statt. Zum ersten Hauptmann wurde Franz Forer gewählt. Eine Urkunde vom 1. August 1883 bestätigt die Aufnahme der Wehr in den Verband der Freiwilligen Feuerwehren Deutsch-Tirols.

1887–1908

Wasserwehr, Fahne und Hydrantennetz

Bereits 1887 übernahm die Feuerwehr zusätzlich die Aufgaben einer Wasserwehr. Dafür wurden Bachhacken, Bachleitern und lange Hanfseile angeschafft. Im Jahr 1901 wurde die neue Feuerwehrfahne feierlich gesegnet. Einen weiteren großen Fortschritt brachte 1908 die neue Hochdruck-Wasserleitung. Durch das damit verbundene Hydrantennetz konnte Löschwasser im Ortsgebiet wesentlich schneller bereitgestellt werden.

1914–1918

Feuerwehrdienst in schwierigen Zeiten

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurden 41 der damals 64 Feuerwehrmänner zum Militärdienst eingezogen. Um den Brandschutz im Dorf aufrechtzuerhalten, wurde eine Notfeuerwehr aus jungen Männern, älteren Bürgern und zeitweise auch Frauen zusammengestellt. Mehr als ein Dutzend Mitglieder der Sandner Wehr verloren während des Krieges ihr Leben. Dennoch gelang es den verbliebenen Kräften, den Feuerwehrdienst im Ort weiterzuführen.

1921–1948

Neubeginn und erste Motorisierung

Nach dem Krieg kehrten viele Feuerwehrmänner aus Militärdienst und Gefangenschaft zurück. Im Jahr 1921 war die Wehr mit 60 Mitgliedern wieder vollständig einsatzbereit. Gleichzeitig gründeten die bisher zur Feuerwehr Sand gehörenden Mitglieder aus Mühlen eine eigene Wehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann auch technisch ein Neubeginn. 1946 wurde die erste motorbetriebene Pumpe vorgestellt. Ein umgebauter Militär-Jeep diente als erstes motorisiertes Feuerwehrfahrzeug. Beide wurden 1948 feierlich eingeweiht.

1964–1976

Fahrzeuge, Gerätehaus und Funk

Ab den 1960er-Jahren entwickelte sich die Ausrüstung der Feuerwehr grundlegend weiter. 1964 wurde ein umgebauter VW-Bus als Feuerwehrfahrzeug beschafft. Zwei Jahre später konnte das neue Gerätehaus neben der Moritzner Brücke bezogen werden. 1974 erhielt die Feuerwehr mit einem Mercedes-Unimog ihr erstes Tanklöschfahrzeug. Es führte 1.300 Liter Löschwasser mit. Seit 1976 erleichterten die ersten Feuerwehrfunkgeräte die Koordination bei Einsätzen erheblich.

1981–1985

Jugend, Großbrand und Erweiterung

1981 wurde die erste Jugendgruppe der Feuerwehr Sand gegründet. Noch im selben Jahr stellte sich die Wehr beim Großbrand der Möbelfabrik Lacedelli einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte. Insgesamt waren 41 Feuerwehren mit mehr als 970 Einsatzkräften beteiligt. Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1983 wurde ein großes Jubiläumsfest gefeiert. 1985 konnte die erweiterte Feuerwehrhalle bezogen werden, nachdem viele Arbeiten von den Mitgliedern selbst ausgeführt worden waren.

1997–1998

Die Entstehung der Bootsgruppe

Am 21. Januar 1997 stürzte ein belgischer Reisebus mit 35 Jugendlichen oberhalb der Schlossbrücke in die Ahr. Gemeinsam mit benachbarten Feuerwehren gelang es, die größtenteils im Bus eingeschlossenen Jugendlichen zu retten. Bei diesem Einsatz wirkten erstmals erfahrene Bootsführer eines örtlichen Raftingunternehmens mit. Im folgenden Jahr wurden Mitglieder der Feuerwehr im Wildwasser ausgebildet. Gleichzeitig wurden ein Raftingboot, Neoprenanzüge und weitere Sicherheitsausrüstung angeschafft. Damit begann die Entwicklung der heutigen Bootsgruppe.

2005–Heute

Moderne Technik, neue Aufgaben

Die Aufgaben der Feuerwehr wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer vielfältiger. Neben Bränden und Hochwasser rückten technische Einsätze, Verkehrsunfälle, Gefahrgutereignisse, Waldbrände und Wasserrettungen zunehmend in den Mittelpunkt. Ab 2005 wurden unter anderem Schlauchrucksäcke für Waldbrände, moderne Rettungsgeräte, Hebekissen und eine Wärmebildkamera angeschafft. Fahrzeuge, Ausrüstung und Ausbildung wurden seither laufend an die neuen Anforderungen angepasst.

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Früher und Heute

Von Feuerkübeln und Handpumpen bis hin zu modernen Einsatzfahrzeugen und Spezialausrüstung: Ein Blick auf die technische Entwicklung unserer Wehr zeigt, wie stark sich der Feuerwehrdienst seit 1883 verändert hat.

Zur Gründungszeit musste Löschwasser noch mit einfachen Mitteln zur Einsatzstelle gebracht und von Hand gefördert werden. Heute stehen der Feuerwehr leistungsfähige Pumpen, große Schlauchmengen, Hydranten und wasserführende Einsatzfahrzeuge zur Verfügung.

DamalsHeute
Im Jahr 1883 verfügte die Feuerwehr unter anderem über 47 Feuerkübel und lediglich 45 Meter Hanfschläuche. Das Wasser musste mit handbetriebenen Spritzen gefördert werden, was der Mannschaft viel Kraft und Ausdauer abverlangte.Moderne Pumpen, Kunststoffschläuche und wasserführende Einsatzfahrzeuge ermöglichen eine schnelle und leistungsfähige Löschwasserversorgung. Zusätzlich kann im Ortsgebiet auf ein ausgebautes Hydrantennetz zurückgegriffen werden.

Einen wichtigen Fortschritt brachte 1908 die neue Hochdruck-Wasserleitung. Mit ihr entstand im Ortsgebiet ein Netz von Hydranten, das die Brandbekämpfung wesentlich erleichterte.

Während die ersten Feuerwehrleute ihre Geräte noch von Hand oder mit Fuhrwerken transportieren mussten, ermöglichen moderne Einsatzfahrzeuge heute ein schnelles Ausrücken mit umfangreicher Ausrüstung.

DamalsHeute
In den Anfangsjahren wurden Spritzen, Leitern und Schläuche von Hand oder mit einfachen Transportmitteln zur Einsatzstelle gebracht. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Motorisierung der Wehr.Moderne Feuerwehrfahrzeuge bringen Mannschaft, Löschwasser und Spezialgeräte innerhalb kurzer Zeit an die Einsatzstelle. Je nach Einsatzart steht die passende Ausrüstung bereits im Fahrzeug bereit.

Das erste motorisierte Feuerwehrfahrzeug war ein umgebauter Militär-Jeep. Im Sommer 1948 wurde er gemeinsam mit der ersten motorbetriebenen Pumpe eingeweiht. 1974 folgte mit dem Mercedes-Unimog das erste Tanklöschfahrzeug der Wehr.

Damit Hilfe schnell ankommt, müssen die Feuerwehrleute zuverlässig alarmiert werden und sich während des Einsatzes verständigen können. Auch hier hat sich seit der Gründungszeit vieles verändert.

DamalsHeute
Vor der Gründung wurden die Männer bei einem Brand durch Sturmläuten oder Sturmblasen zusammengerufen. Später erfolgte die Alarmierung über eine Sirene. Die Verständigung am Einsatzort war vor allem auf Zurufe und Signale angewiesen.Heute werden die Mitglieder gezielt und innerhalb weniger Augenblicke alarmiert. Funkgeräte ermöglichen eine laufende Abstimmung zwischen Einsatzleitung, Fahrzeugen und Mannschaft.n.

Die ersten Feuerwehrfunkgeräte kamen 1976 zum Einsatz. Gerade bei den zahlreichen Waldbränden dieses trockenen Jahres erwiesen sie sich als große Hilfe. Später wurde die Sirenenalarmierung bei kleineren Einsätzen durch die stille Alarmierung über Personenrufempfänger ergänzt.

Die persönliche Ausrüstung schützt Feuerwehrleute vor Hitze, Rauch, herabfallenden Gegenständen und weiteren Gefahren. Was heute selbstverständlich erscheint, war in der Gründungszeit noch sehr einfach gehalten.

DamalsHeute
Die Mannschaft trug eine braune Lodenbluse und eine Kappe. Nur einzelne Funktionen verfügten über Lederhelme, Gurte, Beile oder Seile. Einen einheitlichen umfassenden Schutz gab es nicht.Moderne Einsatzbekleidung besteht aus widerstandsfähigen Schutzmaterialien und gut sichtbaren Reflexstreifen. Helm, Stiefel, Handschuhe und weitere persönliche Ausrüstung sind auf unterschiedliche Einsatzgefahren abgestimmt.n.

Eine kleine Kuriosität der Geschichte: In den 1970er-Jahren beschaffte die Feuerwehr nachtleuchtende gelbgrüne Helme. Auf behördliche Anordnung mussten diese zunächst schwarz lackiert werden. Rund 15 Jahre später wurde genau diese gelbgrüne Farbe für die Feuerwehren in Südtirol vorgeschrieben.

Die Feuerwehr wird längst nicht mehr nur zu Bränden gerufen. Verkehrsunfälle, Unwetterschäden, eingeklemmte Personen und technische Notlagen gehören heute ebenso zu ihrem Aufgabenbereich.

DamalsHeute
In den ersten Jahrzehnten standen vor allem die Brandbekämpfung und der Schutz vor Hochwasser im Mittelpunkt. Für technische Rettungen gab es kaum geeignete Geräte.Hydraulische Rettungsgeräte, Hebekissen, Motorsägen, Trennwerkzeuge und Sicherungssysteme ermöglichen eine schnelle und möglichst schonende Hilfe bei Verkehrsunfällen und anderen technischen Notlagen.Hydrantennetz zurückgegriffen werden.

Mit der steigenden Mobilität nahm in den 1980er-Jahren auch die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu. Deshalb wurde ein Rüst-Löschfahrzeug mit Rettungsschere, Spreizer, Hebekissen, Seilwinden und weiterem Spezialwerkzeug angeschafft.

Neue Gefahren verlangen neue Ausrüstung und eine entsprechende Ausbildung. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden deshalb spezialisierte Bereiche wie Atemschutz, Waldbrandbekämpfung und Wasserrettung.

DamalsHeute
Die historische Ausrüstung bestand überwiegend aus Leitern, Seilen, Handpumpen, Feuerkübeln und einfachem Werkzeug. Einsätze in Rauch, schwierigem Gelände oder Wildwasser waren nur sehr eingeschränkt möglich.Atemschutzgeräte, Wärmebildkameras, Schlauchrucksäcke und die Ausrüstung der Bootsgruppe ermöglichen Einsätze unter Bedingungen, die früher kaum sicher zu bewältigen gewesen wären.

Ab den 1970er-Jahren wurden die ersten Atemschutzgeräte beschafft. Für Waldbrände kamen später Schlauchrucksäcke mit D-Faltschläuchen hinzu. Nach dem Busunglück in der Ahr im Jahr 1997 wurden Mitglieder im Wildwasser ausgebildet und die Grundlagen für die heutige Bootsgruppe geschaffen.

Historische Bildergalerie

Noch tiefer in unsere Geschichte eintauchen

Die Geschichte unserer Wehr lässt sich nicht in wenigen Absätzen vollständig erzählen. Deshalb wurde zum 125-jährigen Jubiläum eine umfangreiche Festschrift erstellt.

Auf 40 Seiten zeigt sie die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Sand in Taufers von den ersten Handpumpen und Feuerkübeln bis hin zu modernen Fahrzeugen, Atemschutz, Funk und Bootsgruppe. Historische Fotografien, Einsatzberichte und persönliche Erinnerungen machen die Vergangenheit der Wehr lebendig.

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